"Fossies" - the Fresh Open Source Software archive 
Member "dbox-2.41/doc/intro.tex" of archive dbox-2.41.tgz:
\chapter{Einführung}
\section{Überblick}
\subsection{Was ist \dbox?}
\dbox ist ein komplettes Mailboxsystem, das speziell für den
Einsatz auf Unix -- Systemen entwickelt wurde. \dbox ist besonders
für Systeme mit großen Anforderungen an Benutzeranzahl
und Datenumsatz angepaßt.
\subsection{Features}
\begin{itemize}
\item Janus / Janus2 / ZConnect(R) Mail / News System\index{Janus}\index{Janus2}\index{ZConnect}
\item UUCP (RFC) Anbindung über duucp und diverse weitere \index{duucp}\index{uucp}
Gateways (u.a. Fido, Alphabox, GS-BOX)
\index{Alphabox}\index{Fido}\index{GS-BOX}
\index{Gateway!Alphabox}\index{Gateway!Fido}\index{Gateway!GS-Box}\index{Gateway!UUCP}
\item Benutzerschnittstelle: menüorientiert (voll konfigurierbar) oder
mit Kommandozeile (Geonet)\label{Geonet}\index{Kommandozeile}
\item Abrechnung von Online-Zeit und Traffic\index{Traffic}
\item \dbox ist vollständig fernwartbar
\item CD-ROM Support mit automatischer Erkennung des Dateiformats
der Indexdatei
\item Multiuser-Online-Chat\index{Multiuser-Online-Chat}
\item Binärforen zum File-Download, z.B. für Produktsupport
(Treiberdownload), Unterstützung aller gängigen Übertragungsprotokolle
(Z-Modem, Y-Modem, X-Modem) und automatischer Indexgenerierung für
das World Wide Web.
\item Internet Interface: PPP und SLIP-Internet-Zugang mit dynamischer IP-Adres\-senvergabe,\index{SLIP}\index{PPP}
POP3, IMAP4, HTTP/HTML, RADIUS
\item Homepage Manager mit HTTP-Upload für individuelle Benutzer-WWW-Seiten
\item Online Shopping (HTML/HTTP)
\item mehrere Mailboxsysteme pro Rechner (""Mailbox-Hosting"")
\item mehrere Rechner pro Mailboxsystem für große Mailboxsysteme
(Rechnercluster)
\end{itemize}
\dbox ist vollständig modular aufgebaut. Nicht alle oben genannten
Leistungsmerkmale sind bei allen \dbox-Versionen
verfügbar und werden erst durch eine besondere Keyfile aktiviert.\index{Keyfile}
\subsection{Zu diesem Handbuch}
Dieses Handbuch ist noch lange nicht vollständig.
Für Ergänzungs- oder Korrekturvorschläge bin ich übrigens jederzeit dankbar.
\newline
Stand April 2001, aktuelle dbox Version: 2.33
\subsection{Historische Entwicklung}
\dbox ist 1994 im Handshake e.V., Saarbrücken, einem gemeinnützigen Verein
zur Förderung der privat betriebenen Telekommunikation, aus wirtschaftlicher Notwendigkeit heraus
entstanden - das zuvor eingesetzte Mailboxsystem wurde mit
wachsenden Anforderungen an Verfügbarkeit und Datendurchsatz
unwirtschaftlich. \dbox ermöglichte es, auf der bisher vorhandenen
Hardware eine Vielzahl zusätzlicher Mailboxports zu betreiben.
Hinzu kam, daß zu dieser Zeit die Internet Online Nutzung stark zunahm.
\subsection{\dbox Logo}
Das \dbox Logo ist eingtragenes Warenzeichen des Handshake e.V. Saarbrücken.
\section{Systemvoraussetzungen}
\subsection{Linux / Intel}
\dbox / Linux / Intel benötigt folgende Minimalkonfiguration:
\begin{itemize}
\item Einen Standard-PC mit einer Intel 486 CPU (oder besser;
Systeme mit 386 CPUs sind wegen Fehlern in sicherheitsrelevanten
Bereichen der 386 CPUs nicht für den Dauerbetrieb geeignet)
\item 8 MB RAM (plus ca. 500 KB pro Mailboxport)
\item Zur Installation sind mindestens 10 MB freier Festplattenspeicherplatz
erforderlich.
\item Es wird Linux 2.2 oder höher vorausgesetzt. Um einen stabilen
Betrieb sicherzustellen, wird eine Kernelversion neuer als Version 2.2.13 empfohlen.
\end{itemize}
\subsection{Andere}
Auf anderen Plattformen gelten ähnliche Werte. Man sollte jedoch
berücksichtigen, daß \dbox auf RISC-Plattformen deutlich
mehr RAM benötigt (ca. Faktor 2 bis 3)
\subsection{Windows}
\dbox kann auch auf Windows 95/98/NT installiert werden.
Allerdings handelt es sich dabei nicht um eine produktiv einsetzbare Version.
\section{Linux als Mailboxbetriebssystem}
\index{Linux}
\dbox wird hauptsächlich auf Linux-Systemen eingesetzt (es ist
allerdings auch für andere Unix-Betriebssysteme verfügbar). Linux bietet
dem Systembetreiber einige Vorteile gegenüber anderen
Betriebssystemen wie Microsoft Windows oder Novell:
\begin{itemize}
\item Hohe Betriebsstabilität
\item gute Verfügbarkeit von Treibersoftware auch für exotische
Hardware
\item hochwertige TCP/IP Unterstützung\index{TCP/IP}
\item Effektive Ausnutzung der verfügbaren Hardwareressourcen durch effektives Multitasking\index{Multitasking}
\item regelmäßige Aktualisierung und Modernisierung
\item nicht zuletzt: niedriger Preis
\end{itemize}
Nicht verschwiegen werden sollte allerdings, daß Linux dem
Systemverwalter auch zusätzliche Probleme schafft - so ist es z.B.
schwierig, ein komplexes Betriebssystem wie Linux effektiv gegen Eindringlinge
von außen abzusichern. Wird jedoch auf die Vergabe von sogenannten
Shell-Accounts verzichtet und jeder unnötige Netzwerkdienst abgeschaltet,
ist eine \dbox-Standardinstallation
auf Linux ebenso sicher wie eine restriktive Windows NT Installation.
\section{Erstinstallation}
\index{Installation!DBOX}
Zur Installation von \dbox sind Kenntnisse des
Linux-Betriebssystems und der Linux-Kommandozeile
erforderlich. Falls Sie nicht über diese Kenntnisse verfügen,
finden Sie im Anhang eine kurze Einführung.
\subsection{1. Schritt}
Legen Sie einen Benutzer dbox an (z.B. mit dem Befehl
useradd). Dieser User muß das Verzeichnis
\begin{lstlisting}{}
/home/dbox
\end{lstlisting}
\index{Home-Verzeichnis}
als Home-Verzeichnis bekommen. Aus Sicherheitsgründen sollten
Sie den Zugriff anderer Benutzer auf dieses Verzeichnis sperren.
Die Partition, bzw. das Dateisystem in der sich dieses Verzeichnis \index{Partition}
befindet, muß über ausreichend Plattenplatz verfügen, da die
Daten im \dbox-Verzeichnis nicht über mehrere Dateisysteme
verteilt werden können. Soll das ZConnect Mail/Newssystem
eingesetzt werden, darf die Partition zu maximal 75\% belegt sein
(überprüfen Sie das mit dem Kommando df).
Definieren Sie ein Paßwort für diesen User, das nicht zu leicht
erratbar ist.
In der Datei /etc/passwd \index{Konfigurationsdatei!/etc/passwd}sollte sich nun eine Zeile der folgenden
Art finden lassen:
\begin{lstlisting}{}
dbox:xxxx:502:100:Mailboxsystem:/home/dbox:/bin/bash
\end{lstlisting}
\subsection{2. Schritt}
Melden Sie sich als Benutzer dbox beim System an. Legen Sie ein
Verzeichnis \dq install\dq\/ im Home-Verzeichnis an:
\begin{lstlisting}{}
mkdir ~/install
\end{lstlisting}
Kopieren Sie nun den Inhalt aller Distibutions-Disketten oder
Archive in dieses Verzeichnis. Beispiel:
\begin{lstlisting}{}
tar xvfz /tmp/dbox.tgz
\end{lstlisting}
\subsection{3. Schritt}
Wechseln Sie in das Unterverzeichnis dbox-versionsnummer (z.B. dbox-2.33).
Rufen Sie nacheinander die make-Befehle auf
und folgen Sie den weiteren
Anweisungen auf dem Bildschirm:
\begin{lstlisting}{}
cd ~/install/dbox-2.33
make dep
make
make install
\end{lstlisting}
Das Setup-Programm wird Sie nach dem Netznamen Ihrer Mailbox
fragen. Der Name ist frei wählbar, sollte sich aber von dem
Namen des Server-Mailboxsystems (falls zutreffend) und von
dem Namen des Linux-Rechners, auf dem \dbox installiert
wird, unterscheiden. Erlaubt sind maximal acht Zeichen.
Das Setup-Programm erzeugt ein Shell-Script im Home-
Verzeichnis.\index{Home-Verzeichnis} Kontrollieren Sie dieses Script (z.B. mit more) und
starten Sie es dann. Die Installation ist dann abgeschlossen, das
Verzeichnis install und das Installations-Script können nun gelöscht werden, wenn Sie
keine weiteren virtuellen Boxen einrichten möchten.\index{Box !virtuelle}
Weitere (virtuelle) Boxen lassen sich durch Aufruf des Programms dbsetup im gleichnamigen
Unterverzeichnis erstellen.
\subsection{4. Schritt}
Melden Sie sich als ""root"" im System an und fügen Sie der Datei
/etc/ld.so.conf die Zeile
\begin{lstlisting}{}
/home/dbox/bin
\end{lstlisting}
an und rufen sie ldconfig auf. Wahlweise kann auch die Variable LD\_LIBRARY\_PATH entsprechend ergaenzt werden.
Das ist notwendig, damit die dynamisch gelinkten Programme auf die Bibliothek
libdbox zugreifen können.
\section{Die ersten Schritte}
\subsection{Der erste Login}
Als erstes sollten Sie sich bei Ihrer neuen Mailbox als Systemoperator
anmelden und ein Passwort für diesen Account festlegen.
Dazu starten Sie einen Konsolenport wie folgt:
\index{ocon}
\begin{lstlisting}{}
cd ~/bin
ocon
\end{lstlisting}
Das Mailboxsystem gibt nun den Loginscreen aus und Sie \index{Loginscreen}
erhalten dann die Aufforderung, einen Benutzernamen
einzugeben. Geben Sie nun den Namen des Systemverwalteraccounts
ein. Der Name dieses Accounts wird während der
Installation festgelegt und lautet üblicherweise ""sysop"".
Sie erhalten dann eine Bildschirmdarstellung der folgenden Art:
\begin{figure}[htb]
\begin{center}
\resizebox{13.2cm}{!}{\includegraphics[angle=0]{login}}
\end{center}
\caption{Der erste Login}
\end{figure}
\index{Menüsystem}
Das ist das Menüsystem von \dbox. Bewegen Sie nun mit den
Cursortasten den Balken auf den Menüpunkt ""Einstellungen und
Status"". Dort finden Sie ein Untermenü mit dem Namen
""Allgemeine Einstellungen"". Mit dem Button ""Passwort"" können
Sie nun Ihr Passwort ändern. Vergessen Sie nicht, die Änderungen
durch Anwählen des ""Ok"" Buttons zu speichern.
\subsection{Das Verwaltungsmenü}
\index{Verwaltungsmenü}
Als nächstes sollten Sie sich mit dem Verwaltungsmenü vertraut
machen. Wählen Sie dazu im Hauptmenü den Menüpunkt
""Verwaltungsmenü"".
\index{Userverwaltung}
\index{User!löschen}
\index{User!eintragen}
\index{User!bearbeiten}
Erkunden Sie nun die Möglichkeiten der Userverwaltung. In der
Userverwaltung selbst arbeiten Sie mit einer Userliste, in der Sie
User löschen, neu eintragen oder bearbeiten können. Um eine
Hilfeseite\index{Hilfe} zu den verfügbaren Tasten zu erhalten, drücken Sie die
Taste F1. Eine detaillierte Beschreibung des Verwaltungsmenüs
finden Sie in Kapitel 3.
\subsection{Start der Mailbox}
\index{Mailboxport!starten}\index{Port!starten}
Jetzt ist es an der Zeit, einen Mailboxport zu starten. Dazu muß
als erstes das Modem\index{Modem} korrekt konfiguriert werden. Die
Konfigurationsdatei dazu findet sich im Verzeichnis
/home/dbox/port/1 und heißt device\index{Konfigurationsdatei!device}. Laden Sie die Datei
in einen Texteditor und passen Sie den Namen des Modems, den
Initstring und das Wählkommando an Ihr Modem an. Im
Wählkommando können Sie auch eine 0 zur Amtsholung
angeben, wenn Sie das Modem an einer Telefonanlage betreiben.
Laden Sie nun die Datei profile in den Editor und stellen Sie
Portkonsole, Telefonnummer des Ports und Comport korrekt ein.
Die Portkonsole 1 entspricht der Taste Alt-F1, Konsole 2 ist Alt-F2
und so fort. Die Konsole sollte unbelegt sein, d.h. es darf kein
Getty für die Konsole gestartet sein. Kontrollieren Sie das bei Bedarf
in der Datei /etc/inittab.
Weiterhin muß der User dbox
die Berechtigung haben, auf diese Konsole zuzugreifen. Dazu
führen Sie folgende Kommandos als root-User aus (Beispiel für
Konsole Nr. 9):
\index{chmod}
\index{chown}
\begin{lstlisting}{}
chown dbox /dev/tty9
chmod u+rw /dev/tty9
\end{lstlisting}
Dasselbe gilt für den Comport, an dem das Modem hängt
(Beispiel für cua1):
\begin{lstlisting}{}
chown dbox.uucp /dev/cua1
chmod ug+rw /dev/cua1
\end{lstlisting}
Alternativ können Sie den User dbox auch mit entsprechenden
Gruppenberechtigungen ausstatten.
Jetzt können Sie den Mailboxport starten:
\begin{lstlisting}{}
cd ~/bin
oserv -o1 &
\end{lstlisting}
Wechseln Sie nun auf die eingestellte Portkonsole und überprüfen
Sie, ob das Modem korrekt angesprochen werden konnte. Wenn
dies nicht der Fall ist, erscheint die Meldung
""Modeminitialisierung fehlgeschlagen"".
Überprüfen Sie folgende Einstellungen:
\begin{itemize}
\item Comport
\item Comport-Device-Berechtigungen
\item Initstring
\end{itemize}
Wenn das Modem korrekt initialisiert wurde, kann Ihre Mailbox
nun Anrufe entgegennehmen.
Als nächstes:
\begin{itemize}
\item Schauen Sie sich die folgenden Dateien an:
/home/dbox/system/login und logout. Diese Dateien
enthalten den Login- und den Logout-Screen.
\item Kontrollieren Sie das Portlogfile von Port 1 an:
/home/dbox/port/1/logfile
\end{itemize}
\subsection{Das Mail / Newssystem}
Damit das Mail / Newssystem von \dbox arbeiten kann, geben
Sie auf einer Konsole, auf der Sie sich als User dbox angemeldet
haben, folgendes Kommando ein:
\index{dospool}
\begin{lstlisting}{}
cd ~/bin
dospool
\end{lstlisting}
Eine genauere Beschreibung zu dospool gibt's in Kapitel \ref{module}.
\section{Update der Software}
\subsection{Make im Updatemodus}
Um eine vorhandene \dbox Installation nicht zu überschreiben, verwenden Sie
nach dem Erstellen der Abhängigkeiten und dem Compilieren den Befehl
\begin{lstlisting}{}
make update_bin
\end{lstlisting}